Der Fernseher läuft hier bei Miss Salsa schon den ganzen Morgen bei den Winterspielen in Mailand. Es liegt eine besondere Energie in der Luft, die ich aus den Kulissen großer Tanzwettbewerbe kenne. Der Fokus, die angespannten Gesichter und diese unvermeidliche Nervosität; das ist Spitzensport pur sang. Aber die Frage, die jeden am Kaffeeautomaten beschäftigt, ist simpel: Wann fängt das Eisschnelllaufen eigentlich an?
Sonntag, 8. Februar: Die 5.000 Meter der Männer
Heute, am Sonntag, den 8. Februar, steht eine der schwersten Strecken auf dem Programm. Die Männer gehen für die 5.000 Meter an den Start. Für alle, die vor dem Fernseher sitzen wollen: das Rennen beginnt um exakt 16:00 Uhr. Es ist ein füllendes Nachmittagsprogramm, das bis etwa 18:20 Uhr dauert.
Für die Niederlande kommen drei Top-Athleten zum Einsatz. Marcel Bosker darf den Auftakt im allerersten Lauf gegen den Deutschen Gabriel Gross machen. Direkt danach, im zweiten Lauf, sehen wir Stijn van de Bunt sein olympisches Debüt gegen den Norweger Sigurd Henriksen geben. Chris Huizinga muss etwas länger warten; er kommt erst nach der Eisreinigungspause im sechsten Lauf auf die Bahn. Laut den neuesten Berichten von Schaatsen.nl ist die internationale Konkurrenz mörderisch, mit Namen wie Davide Ghiotto und Sander Eitrem als großen Favoriten.
Eiskunstlauf: Tanz auf Messers Schneide
Aus meiner 30-jährigen Erfahrung in der Tanzwelt schaue ich natürlich mit einem besonders scharfen Auge auf den Eiskunstlauf. Das ist im Grunde Gesellschaftstanz oder Ballett, aber auf einer Klinge von nur wenigen Millimetern Breite. Das niederländische Paar Michel Tsiba und Daria Danilova hat uns gestern Abend bei der Eröffnungsfeier bereits stolz gemacht, aber ihre echte Feuertaufe auf dem Eis lässt noch etwas auf sich warten.
Auffallend ist, dass sie Mailand vorübergehend verlassen haben, um in der Schweiz zu trainieren. Michel Tsiba äußerte sich dazu sehr nüchtern: In Mailand bekamen sie nur eine halbe Stunde Eiszeit pro Tag. Er scherzte, dass sie sonst nächste Woche wie eine 'Bratwurst' aufs Eis kommen würden. Das verstehe ich wie kein anderer. Als Tänzer braucht man Stunden, um in diesen 'Flow' zu kommen. Diese Disziplin, seinen eigenen Plan durchzuziehen, selbst wenn das bedeutet, das olympische Dorf kurzzeitig zu verlassen, zeugt von enormer Professionalität. Sie werden erst am nächsten Sonntag im Wettbewerb erwartet.
Die harten Lektionen von Joy Beune
Gestern sahen wir die 3.000 Meter der Frauen, bei denen die Italienerin Francesca Lollobrigida an ihrem 35. Geburtstag Gold holte. Eine wunderbare Geschichte für den Sport, aber für 'uns' war es erst einmal schwer zu schlucken. Joy Beune landete auf dem undankbaren vierten Platz. In einem Interview mit der NOS gab sie an, dass sie sich selbst nichts vorwerfen könne, der vierte Platz aber 'bitter' sei.
Dies ist ein Moment, aus dem jeder Tänzer lernen kann. Man kann die perfekte Choreografie abliefern, jeden Schritt technisch korrekt ausführen, und trotzdem kann die Jury (oder in diesem Fall die Uhr) gerade nicht zu deinen Gunsten entscheiden. Die Belastbarkeit, die Joy nach ihren früheren Rückschlägen beim Qualifikationsturnier zeigt, ist bewundernswert. Das ist die Mentalität, die man braucht, um die Spitze zu erreichen: Einstecken, analysieren und weitermachen bis zur nächsten Leistung.
Jutta Leerdam und die Aufmerksamkeit der Medien
Morgen, Montag, den 9. Februar um 17:30 Uhr, ist Jutta Leerdam über die 1.000 Meter an der Reihe. Es gab viel Aufregung um ihre Interaktion mit der Presse. Sie wollte in ihrer 'Bubble' bleiben, was zu einer offiziellen Beschwerde der Sportpresse führte. Letztendlich gab sie nach, aber die Spannung ist spürbar. In der Tanzwelt kennen wir das auch; der Druck von außen kann die Leistung beflügeln oder zerstören. Es ist ein schmaler Grat zwischen dem Sich-Abschotten für den Fokus und dem Offensein für die Welt, die einem zusieht.
Was wir als Tänzer mitnehmen können
Ob man nun auf dem Eis steht oder auf der Tanzfläche, es dreht sich alles um den Rhythmus. Beim Eisschnelllauf sieht man das im Takt der Stöße. Sobald ein Eisläufer aus dem Rhythmus kommt, läuft die Zeit davon. Das ist exakt das, was wir im Salsa oder Gesellschaftstanz erleben. Das Timing muss perfekt sein. Achten Sie heute Nachmittag um 16:00 Uhr einmal auf den 'Swing' der Läufer in den Kurven. In diesen Bewegungen steckt eine Musikalität, die fast hypnotisierend wirkt.
Konkret bedeutet das für uns: Schauen Sie auf die Technik des Abstoßens und des Gleitens. Die Art und Weise, wie diese Athleten ihren Schwerpunkt verlagern, ist eine Meisterklasse in Sachen Balance. Selbst wenn man nichts mit Eislaufen am Hut hat, ist das Zuschauen bei diesen olympischen Spitzenathleten eine Inspirationsquelle für die eigene Körperbeherrschung.
Also, stellen Sie den Wecker. 16:00 Uhr. Nehmen Sie sich eine Tasse Tee, machen Sie es sich auf dem Sofa gemütlich und genießen Sie die Kraft unserer niederländischen Männer. Wir hoffen auf eine Medaille, aber wir schauen vor allem wegen der Leidenschaft und der Technik zu, die diesen Sport der Tanzwelt so nahe bringt.