Der künstlerische Flow von Itzhak de Laat bei den Spielen
Während die Welt auf die Stoppuhr und den Medaillenspiegel fokussiert ist, blicke ich als Tänzerin mit einer ganz anderen Brille auf die Olympischen Winterspiele in Mailand. Heute, Montag, den 16. Februar 2026, steht die Shorttrack-Welt kopf. Itzhak de Laat hat zusammen mit der niederländischen Männermannschaft etwas geleistet, das wir seit zwölf Jahren nicht mehr gesehen haben: Sie stehen im Finale der 5.000-Meter-Staffel. Aber was mich wirklich berührt, ist nicht nur dieser Platz im Finale, sondern die Art und Weise, wie Itzhak sich über das Eis bewegt. Es ist pure Choreografie bei hoher Geschwindigkeit.
In meinen dreißig Jahren in der Tanzwelt habe ich Tausende von Tänzern gesehen, von Salsa-Experten bis hin zu klassischen Ballerinen. Was die guten Tänzer von der absoluten Spitze unterscheidet, ist der „Flow“. Das sieht man bei Itzhak de Laat sofort. Es ist kein Zufall, dass er neben seiner Tätigkeit als Spitzensportler auch als Künstler und Designer bekannt ist. Dieser kreative Geist überträgt sich in einen Fahrstil, der sich fast flüssig anfühlt, selbst wenn der Druck in den Kurven gigantisch ist.
Der Weg ins Finale in Mailand 2026
Laut den neuesten Berichten von NOS.nl und der Berichterstattung auf NU.nl ist die Spannung in der Milano Ice Skating Arena zum Greifen nah. Nach enttäuschenden 1.500 Metern zu Beginn dieser Woche, bei denen Itzhak im Viertelfinale ausschied, hat er sich in der Staffel vollständig gefangen. Die niederländischen Männer zeigten im Halbfinale ein Timing, um das sie manche Tanzkompanie beneiden würde.
In der Staffel dreht alles um den Wechsel. Es ist ein physischer Kontaktmoment, bei dem ein Fahrer den anderen mit einem kräftigen Stoß auf das Eis katapultiert. Das erfordert blindes Vertrauen und ein perfektes Rhythmusgefühl. Wenn das Timing nur um den Bruchteil einer Sekunde abweicht, landet das ganze Team in den Polstern. Bei Miss Salsa pochen wir immer auf die Verbindung zwischen den Partnern; im Shorttrack ist diese Verbindung buchstäblich der Motor des Erfolgs.
Warum Tänzer von Itzhak lernen können
Sie fragen sich vielleicht, was ein Shorttracker aus Leeuwarden mit einem Salsa-Abend in Rotterdam oder Amsterdam zu tun hat. Eigentlich ziemlich viel. Schauen Sie sich den tiefen Winkel an, den Itzhak in den Kurven einnimmt. Seine Hand berührt das Eis für das Gleichgewicht, während sein Körper fast horizontal hängt. Das ist dasselbe Prinzip wie bei einem kontrollierten „Dip“ oder einem scharfen Spin beim Salsa. Es geht darum, den Schwerpunkt zu beherrschen.
Konkret gibt es drei Dinge, die wir als Tänzer von Itzhak übernehmen können:
- Core-Stabilität: Ohne einen eisenstarken Rumpf kann man diese Kräfte nicht abfangen. Das gilt für eine dreifache Drehung auf der Tanzfläche genauso wie für eine Kurve auf Schlittschuhen.
- Fokus: Itzhak schaut immer drei Schritte voraus. In der Tanzwelt nennen wir das „Spotten“. Der Kopf geht zuerst, der Rest des Körpers folgt.
- Erholungsfähigkeit: Nach dem Rückschlag auf der Einzelstrecke war er wieder für das Team da. Diese mentale Belastbarkeit macht einen Performer aus.
Der Künstler auf und neben dem Eis
Itzhak de Laat ist kein Standard-Athlet. Geboren am 13. Juni 1994 in Leeuwarden, hat er sich immer durch seine breiten Interessen ausgezeichnet. Er zeichnet, malt und liebt Musik. In der Sportwelt wird das manchmal als Ablenkung gesehen, aber ich glaube gerade, dass es seine Geheimwaffe ist. Tanzen ist auch die Interpretation von Raum und Zeit, und genau das tut er, wenn er eine Lücke innen bei seinen Konkurrenten sucht.
Man spürt seine Erfahrung förmlich. Er ist dabei, seit er sechzehn ist, und hat gesehen, wie sich der Sport verändert hat. Während es früher vor allem um rohe Gewalt ging, ist es heute ein taktisches Schachspiel geworden. Eine Choreografie, bei der die Musik durch das Kratzen der Kufen auf dem Eis ersetzt wird.
Was bedeutet das für den Sport?
Die Leistung der Männermannschaft in Mailand ist ein enormer Auftrieb für den niederländischen Shorttrack. Nach Jahren, in denen die Frauen (mit den Schwestern Velzeboer und Suzanne Schulting) das Sagen hatten, zeigen die Männer nun, dass sie wieder zur Weltspitze gehören. Itzhak spielt hierbei die Rolle des erfahrenen Hasen, des „Ensembleleiters“, der die Ruhe bewahrt, wenn auf dem Eis das Chaos ausbricht.
Wir freuen uns auf das Finale. Ob nun Gold, Silber oder Bronze dabei herauskommt, für mich hat Itzhak de Laat bereits gewonnen, indem er gezeigt hat, dass Spitzensport und Artistik Hand in Hand gehen. Es ist eine Erinnerung für uns alle, dass es – egal ob man auf dem Eis oder auf einer hölzernen Tanzfläche steht – die Leidenschaft und der Flow sind, die das Publikum wirklich berühren.
Behalten Sie die Livestreams der NOS für die genaue Startzeit des Finales im Auge. Das sollten Sie nicht verpassen, einfach weil es die höchste Form der Bewegungskunst ist, die Sie diesen Winter sehen werden.