Historischer Sieg für Cizeron und Fournier Beaudry in Mailand
Es war ein Abend, der in die Geschichtsbücher eingehen wird. Am Mittwoch, den 11. Februar 2026, haben Guillaume Cizeron und Laurence Fournier Beaudry die Goldmedaille im Eistanzen bei den Olympischen Winterspielen in Mailand-Cortina gewonnen. In einem packenden Finale im Mediolanum Forum ließen sie die Konkurrenz mit einer Kür hinter sich, die die Herzen der 9.700 anwesenden Zuschauer höherschlagen ließ.
Der Kampf um Gold war beispiellos spannend. Das französische Duo, das nach dem Kurzprogramm am Montag bereits die Führung übernommen hatte, musste alles geben, um vor den US-amerikanischen Favoriten Madison Chock und Evan Bates zu bleiben. Mit einer Wertung von 135,64 in der Kür landeten sie schließlich weniger als einen Punkt vor den Amerikanern, die ihren Saisonrekord auf 134,67 verbesserten. Es war ein nervenaufreibendes siebenminütiges Warten auf das Endergebnis, doch als das Grün auf der Anzeigetafel erschien, brach der Jubel los.
Laut der Berichterstattung von Le Monde war die Leistung des Duos der Höhepunkt eines sehr erfolgreichen Tages für die französische Delegation, die insgesamt vier Medaillen gewann.
Die Magie einer neuen Zusammenarbeit
Aus meiner 30-jährigen Erfahrung in der Tanzwelt blicke ich mit einem besonderen Auge auf diesen Sieg. Wir alle kennen Guillaume Cizeron natürlich von seiner jahrelangen Dominanz mit Gabriella Papadakis. Der Wechsel zu einem neuen Partner ist in der Tanzwelt immer ein enormes Risiko. Man muss nicht nur technisch aufeinander eingespielt sein, sondern auch eine neue künstlerische Chemie finden, die die Jury überzeugt.
Laurence Fournier Beaudry, die zuvor für Kanada startete, hat sich als perfekte Ergänzung für den fließenden, fast ätherischen Stil von Cizeron erwiesen. Was wir heute Abend sahen, war keine gewöhnliche sportliche Leistung; es war ein Ballett von 4 Minuten und 30 Sekunden, in dem Theater, Technik und pure Emotion verschmolzen. Die Art und Weise, wie sie ihre Twizzles ausführten und die tiefen Kanten in ihren Gleitphasen suchten, zeugt von einem Niveau, das wir selten sehen.
In einem Live-Bericht von 20 Minutes wurde die Atmosphäre treffend beschrieben: Das Publikum lachte und weinte mit den Franzosen. Das ist genau das, was Spitzensport und Spitzentanz verbindet: die Fähigkeit, eine Geschichte zu erzählen, ohne ein Wort zu sagen.
Was wir als Tänzer von dieser Kür lernen können
Wenn ich mir die Bilder ansehe, erkenne ich Elemente, die wir direkt auf die Tanzfläche übertragen können, egal ob man Salsa, Ballroom oder Modern Dance tanzt. Konkret gibt es drei Punkte, die diese goldene Kür so stark machten:
- Verbindung ohne Blickkontakt: Cizeron und Fournier Beaudry spüren die Achse des anderen fehlerfrei. Selbst wenn sie meterweit voneinander entfernt laufen, ist die energetische Verbindung sichtbar. Das ist die Basis jedes guten Paartanzes.
- Vertikale Kontrolle: Trotz der Geschwindigkeit auf dem Eis blieben ihre Oberkörper vollständig unter Kontrolle und ausdrucksstark. Im Salsa nennen wir das Isolation, und hier war es bis ins kleinste Detail ausgearbeitet.
- Timing der Emotion: Sie erreichten nicht nur technisch, sondern auch emotional bei den richtigen Akzenten in der Musik ihren Höhepunkt. Das ist es, was einer Jury letztendlich diesen Extrapunkt gibt.
Ein emotionaler Abschied oder ein Neuanfang?
Die Tränen von Laurence in den Armen von Guillaume nach ihrem Programm sprachen Bände. Nach einer Zeit harter Arbeit und einiger Kritik an ihrer Partnerschaft ist dieses Gold die ultimative Bestätigung. Für Cizeron, der bereits Legendenstatus hatte, ist dies die Krönung seiner Karriere. Er zeigt, dass er sich anpassen und mit einem anderen Partner neu erfinden kann – etwas, das in der Tanzwelt oft unterschätzt wird.
Die Konkurrenz war mörderisch. Madison Chock und die US-Delegation gratulierten dem Duo sportlich, doch der Unterschied von weniger als einem Punkt zeigt, wie nah die Weltspitze beieinander liegt. Das Wertungssystem, das oft wegen seiner Komplexität kritisiert wird, gab letztendlich den Ausschlag bei den künstlerischen Komponenten, in denen die Franzosen etwas stärker waren.
Bei Miss Salsa verfolgen wir solche Entwicklungen genau. Eistanzen ist im Grunde Gesellschaftstanz auf Kufen, und die Trends, die wir hier sehen – bei der Musikauswahl, den Kostümen und der Choreografie – sickern oft in die reguläre Tanzwelt durch. Dieses Gold für Cizeron und Fournier Beaudry wird zweifellos für eine neue Welle lyrischer und theatralischer Choreografien auf den Tanzflächen weltweit sorgen.