Historische Auswahl für Team Belgien
Es ist offiziell: Belgien schickt die größte Delegation aller Zeiten zu den Olympischen Winterspielen. Während einer Pressekonferenz in Brüssel gab das BOIC bekannt, dass nicht weniger als 30 Athleten nach Milano Cortina 2026 reisen. Mit 16 Frauen und 14 Männern wird der Rekord von 1936, als 27 Belgier in Garmisch-Partenkirchen teilnahmen, endlich gebrochen. Die Spiele finden vom 6. bis 22. Februar 2026 statt und wir sind in mehr Disziplinen als je zuvor vertreten.
Was mir sofort auffällt, ist die enorme Vielfalt in der Auswahl. Wir sehen Belgier in neun verschiedenen Disziplinen glänzen, vom vertrauten Eisschnelllauf bis zum neuen Skibergsteigen. Aber die Geschichte, die derzeit alle beschäftigt, ist die der Limburgerin Sky Remans. Mit nur 15 Jahren ist sie das jüngste Mitglied der Gruppe. Als Snowboarderin in den Disziplinen Slopestyle und Big Air zeigt sie, dass das Alter auf diesem Niveau eigentlich nur eine Zahl ist, wenn Talent und Drive vorhanden sind.
Laut einem Bericht von Sporza ist diese Auswahl das Ergebnis jahrelanger Investitionen in Wintersportarten, die zuvor im Schatten standen.
Der Tanz auf dem Eis: Eiskunstlauf im Rampenlicht
Aus meiner 30-jährigen Erfahrung in der Tanzwelt blicke ich natürlich mit einem ganz speziellen Blick auf die Winterspiele. Für uns Tänzer ist Eiskunstlauf die Disziplin, in der Sport und Kunst buchstäblich verschmelzen. In diesem Jahr haben we mit Loena Hendrickx und Nina Pinzarrone zwei absolute Weltklasse-Athletinnen, die die belgische Trikolore verteidigen werden.
Ich erinnere mich noch an die Zeit, als Belgien in diesem Bereich kaum eine Rolle spielte, aber Loena hat das im Alleingang geändert. Was sie auf dem Eis macht, ist pure Choreografie. In ihren Programmen zu Musik von Ikonen wie Beyoncé und Madonna sieht man die Kraft, den Ausdruck und die Musikalität, die wir auch im Tanzstudio anstreben. Es ist nicht nur der dreifache Lutz; es ist die Art und Weise, wie sie ihre Fingerspitzen einsetzt und ihren Blick auf die Jury richtet. Das ist Performance mit einem großen P.
Nina Pinzarrone ist der aufstrebende Stern, der bereits letztes Jahr bei der EM beeindruckte. Es ist faszinierend zu sehen, wie diese jungen Frauen die technischen Anforderungen eines Spitzensports mit der Eleganz einer Ballerina kombinieren. Bei Miss Salsa wissen wir, wie schwierig es ist, Technik mühelos aussehen zu lassen, und auf dem Eis ist das aufgrund der Geschwindigkeit und der Kälte noch einmal zehnmal härter.
Was wir als Tänzer von diesen Athleten lernen können
Obwohl wir meistens auf einem Holzboden stehen und nicht auf einer eisigen Piste, lassen sich viele Parallelen ziehen. Konkret können wir uns die mentale Belastbarkeit von jemandem wie Sky Remans ansehen. In einem Interview mit HLN erzählt sie, dass ihr Kindheitstraum bereits jetzt in Erfüllung geht. Dieser Fokus auf ein Ziel, trotz des Drucks und des jungen Alters, ist etwas, woraus jeder Tänzer Inspiration schöpfen kann.
Fokus und Disziplin
- Körperbeherrschung: Ob man nun eine Pirouette auf der Tanzfläche dreht oder eine Rotation auf einem Snowboard macht, der Kern (Core) ist die Basis.
- Rhythmusgefühl: Snowboarden und Eiskunstlauf drehen sich um den „Flow“. Man muss das Timing des Berges oder der Musik perfekt spüren.
- Durchhaltevermögen: Hinfallen gehört dazu, sei es ein misslungener Schritt oder ein Sturz auf dem Eis. Es geht darum, wie schnell man wieder aufsteht und seine Routine wieder aufnimmt.
Der Weg nach Milano Cortina
Die kommenden Wochen stehen für diese 30 Athleten ganz im Zeichen der letzten Vorbereitungen. Für die Eisläufer bedeutet dies, Stunden auf dem Eis zu verbringen, während die Biathleten und Skifahrer ihre Kondition in den Bergen aufrechterhalten. Neben den bekannten Namen wie Bart Swings (Eisschnelllauf) und Hanne Desmet (Shorttrack) ist es gerade dieser Mix mit neuen Talenten, der diese Spiele so interessant macht.
In der Praxis sehen wir, dass die Popularität dieser Sportarten auch das Interesse an anderen Bewegungsformen weckt. Nach den letzten Spielen sahen wir einen Anstieg der Anmeldungen für Kurse, bei denen Balance und Eleganz im Mittelpunkt stehen. Es würde mich nicht wundern, wenn die Leistungen in Mailand bald wieder eine ganz neue Generation dazu inspirieren, sich zu bewegen, sei es auf Schlittschuhen, einem Snowboard oder Tanzschuhen.
Wir werden Team Belgien aufmerksam verfolgen. Die Leidenschaft, mit der diese Menschen ihren Sport erleben, ist genau die Energie, die wir bei Miss Salsa auch jeden Tag spüren. Es verspricht ein wunderbarer Sportwinter zu werden, in dem wir hoffentlich öfter als je zuvor die belgische Nationalhymne hören werden.