Kira Kimura holt Gold im spektakulären Big-Air-Finale 2026.

Japanische Dominanz während des Big-Air-Finales in Mailand-Cortina

Der Startschuss in Italien ist gefallen. Während die Welt auf die Winterspiele 2026 in Mailand-Cortina blickt, erlebten wir gestern ein Finale im Big Air, das selbst mir als Tänzerin das Herz höherschlagen ließ. Der japanische Snowboarder Kira Kimura hat die Goldmedaille in einem Finale gewonnen, das bis zum allerletzten Sprung vor Spannung knisterte. Mit einer Monsterwertung von 90,50 in seinem letzten Lauf zeigte er, was 'Clutch'-Leistung wirklich bedeutet.

In meinen 30 Jahren Erfahrung in der Tanzwelt habe ich Tausende von Solos gesehen, aber die Art und Weise, wie diese Athleten ihren Körper in der Luft beherrschen, hat unglaublich viele Gemeinsamkeiten mit dem, was wir auf der Tanzfläche tun. Es geht um Rhythmus, das Timing der Rotation und – was vielleicht am wichtigsten ist – die Landung. Kimura blieb unter dem enormen Druck eiskalt und erzielte eine Gesamtpunktzahl von 179,50, womit er seinen Teamkollegen Ryoma Kimata (Silber) und den chinesischen Publikumsliebling Su Yiming (Bronze) hinter sich ließ.

Snowboarden als vertikaler Tanz: Die Technik hinter dem Sprung

Wenn man sich die Bilder des Finales ansieht, sieht man mehr als nur eine sportliche Leistung. Man sieht Choreografie. Nehmen wir zum Beispiel den 'Backside Rodeo Double 14', der gezeigt wurde. Für einen Laien klingt das nach Hokuspokus, aber als Tanzexpertin sehe ich einen doppelten Rückwärtssalto kombiniert mit einer enormen Drehgeschwindigkeit. Es erfordert ein Körperbewusstsein, das wir auch bei den technisch versiertesten Jazz- oder Modern-Dancern sehen.

Laut den neuesten Berichten der BBC war der Kampf zwischen den Japanern und Su Yiming ein taktisches Geplänkel. Su Yiming, der Champion von 2022, versuchte genau denselben Trick wie Kimura, machte aber bei der Landung einen Fehler, indem er den Schnee mit seinen Händen berührte. In der Tanzwelt nennen wir das ein 'unsauberes Finish', und auf diesem Niveau wird das gnadenlos bestraft. Der Unterschied zwischen Gold und Bronze liegt in diesem letzten Bruchteil einer Sekunde, in dem man die Kontrolle zurückgewinnen muss.

Das Ergebnis des Big-Air-Finales:

  • Gold: Kira Kimura (Japan) - 179,50 Punkte
  • Silber: Ryoma Kimata (Japan) - 171,50 Punkte (Schätzung basierend auf den 8 Punkten Rückstand)
  • Bronze: Su Yiming (China)

Eiskunstlauf: Der Quadruple Axel lässt noch auf sich warten

Neben dem Geschehen auf der Piste richteten sich die Scheinwerfer auch auf die Eisbahn für den Eiskunstlauf. Das ist natürlich die Disziplin, die meiner eigenen Leidenschaft am nächsten kommt. Der 21-jährige Amerikaner Ilia Malinin, auch bekannt als der 'Quad God', gab sein olympisches Debüt im Team-Event. Obwohl er der einzige Mann in der Geschichte ist, der den vierfachen Axel gestanden hat, entschied er sich gestern dafür, mit einem dreifachen Axel auf 'Nummer sicher' zu gehen.

Selbst mit einem spektakulären Backflip – was übrigens eine gewagte Wahl in einer offiziellen Kür ist – konnte er nicht mit dem Japaner Yuma Kagiyama mithalten. Kagiyama erzielte stolze 108,67 Punkte, während Malinin bei 98,00 hängen blieb. Es zeigt, dass bei den Olympischen Spielen die künstlerische Ausführung und die Fehlerfreiheit oft schwerer wiegen als ein einzelnes, extrem schwieriges Element. Das ist eine Lektion, die ich meinen Schülern bei Miss Salsa auch immer mitgebe: Eine einfache Bewegung, die perfekt ausgeführt wird, berührt das Publikum mehr als eine komplizierte Drehung, die man nur halb landet.

Gesundheitsprobleme im olympischen Dorf

Es gibt jedoch auch eine Schattenseite dieser ersten Tage. Es gibt Berichte über das Norovirus im olympischen Dorf. Fünf Spielerinnen der schweizerischen und finnischen Eishockeyteams wurden positiv getestet. Trotz dieses Ausbruchs hat die British Olympic Association (BOA) beschlossen, kein offizielles Handschlagverbot zu verhängen. Dame Katherine Grainger gab an, dass die Athleten selbst wissen, wie sie ihre Risiken minimieren können. In einer Umgebung, auf die man jahrelang hingearbeitet hat, ist Hygiene natürlich oberste Priorität. Man möchte nicht, dass eine Magen-Darm-Grippe den Traum nach vier Jahren hartem Training zunichtemacht.

Was wir als Tänzer von Mailand-Cortina 2026 lernen können

Was mir an diesen ersten Tagen der Winterspiele am meisten auffällt, ist die mentale Widerstandsfähigkeit. Ob es nun um die Skifahrer bei der Abfahrt der Männer geht – wo der Schweizer von Allmen laut Xinhua Gold holte – oder um die Snowboarder im Big Air; sie müssen in dem Moment Leistung bringen, in dem die ganze Welt zuschaut.

Konkret sehe ich drei Dinge, die wir direkt auf die Tanzfläche übertragen können:

  • Fokus auf die Landung: Egal wie spektakulär dein Sprung ist, die Darbietung ist erst abgeschlossen, wenn du wieder stillstehst.
  • Mut zum Scheitern: Die Snowboarder, die alles auf eine Karte setzten ('swinging for the fences'), wie der Neuseeländer Dane Menzies, schafften es zwar nicht aufs Podest, aber ihr Mut verdient Respekt.
  • Kenne deine Rivalen: Der gesunde Wettbewerb zwischen den japanischen Fahrern hebt das gesamte Niveau des Sports. Such dir auch im Tanzunterricht jemanden, der dich herausfordert, genau diese eine zusätzliche Drehung zu machen.

In den kommenden Tagen stehen noch viele weitere Medaillenentscheidungen auf dem Plan. Ich werde es weiter verfolgen, nicht nur wegen des Sports, sondern vor allem wegen des puren Ausdrucks und der physischen Kraft, die diese Athleten zeigen. Es ist und bleibt eine Form von Kunst, egal ob auf einem Holzboden oder auf dem kalten Schnee von Cortina.

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