Kanadas Eistanz-Dominanz und der Schock in Mailand 2026

Das Eis in Mailand brennt

Es ist der dritte Tag der Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand-Cortina, und als Tanzexperte mit mehr als 30 Jahren Erfahrung kann ich Ihnen sagen: Was wir derzeit auf dem Eis sehen, hat ein technisches Niveau, wie wir es selten erlebt haben. Der 'Rhythm Dance' vom Montag, dem 9. Februar 2026, in der Milano Ice Skating Arena war ein Spektakel aus Präzision, Schnelligkeit und purer Emotion. Obwohl die Flaggen über dem Podium variieren, atmet die Spitze des Klassements eine starke kanadische Atmosphäre.

Die kanadische Verbindung auf dem ersten Platz

Die große Überraschung des Abends kam von dem Duo, das jetzt für Frankreich antritt, aber tiefe kanadische Wurzeln hat. Laurence Fournier Beaudry, geboren in Montreal, und ihr Partner Guillaume Cizeron übernahmen die Führung mit einer verblüffenden Punktzahl von 90,18. Sie liefen eine fehlerfreie Choreografie zu Madonnas 'Vogue'. In meinen Jahren in der Tanzwelt habe ich viele Interpretationen dieses Klassikers gesehen, aber die Art und Weise, wie sie die 'Vogueing'-Elemente auf das Eis übertrugen, mit messerscharfen Twizzles und einer Rotationshebung, die der Schwerkraft trotzte, war schlichtweg meisterhaft.

Fournier Beaudry erhielt erst im November 2025 die französische Staatsbürgerschaft, was diesen Sieg besonders emotional macht. Damit besiegten sie die dreifachen Weltmeister Madison Chock und Evan Bates aus den USA, die sich mit 89,72 nach einer kleinen Ungenauigkeit in ihrer Beinarbeit mit dem zweiten Platz begnügen mussten. Die Details dieses Kampfes finden Sie in der Live-Berichterstattung der BBC wieder.

Kanadischer Stolz: Gilles und Poirier auf Kurs für Bronze

Unter der kanadischen Flagge selbst sahen wir Piper Gilles und Paul Poirier eine bärenstarke Leistung zeigen. Mit einer Punktzahl von 86,18 belegen sie derzeit den dritten Platz. Für dieses Duo, beide 34 Jahre alt, fühlt sich dies wie die Krönung einer gemeinsamen Karriere von fünfzehn Saisons an. Sie zeigten eine enorme Verbesserung in ihrer 'Pattern Dance Step Sequence', die von der Jury mit einem Level 4 bewertet wurde. Es ist diese typische kanadische Beständigkeit, die wir seit Jahrzehnten von Legenden wie Virtue und Moir kennen.

Widerstandsfähigkeit abseits der Eisbahn

Das Thema des Tages für Kanada ist 'Widerstandsfähigkeit'. Während die Tänzer glänzen, hat das kanadische Eishockeyteam mit einem herben Rückschlag zu kämpfen. Ihre Kapitänin und absoluter Fels in der Brandung, Marie-Philip Poulin (auch 'Captain Clutch' genannt), verletzte sich während des Spiels gegen Tschechien. Wie von Yahoo Sports berichtet, muss das Team nun im entscheidenden Spiel gegen die Vereinigten Staaten am 10. Februar ohne sie auskommen. Diese Mentalität des 'Durchhaltens ungeachtet der Umstände' spiegelt sich in allen kanadischen Sportdisziplinen wider, auch im Fokus der Eistänzer, die unter enormem Druck stehen.

Was wir als Tänzer daraus lernen können

Wenn ich mir diese olympischen Leistungen ansehe, sehe ich sofort die Parallelen zur Tanzfläche im Studio. Die Eistänzer in Mailand zeigen, dass Technik (die 'Substanz') ohne Präsentation (den 'Stil') nichts ist. Die Briten Lilah Fear und Lewis Gibson, die derzeit mit 85,47 auf dem vierten Platz liegen, brachten mit ihrem Spice-Girls-Medley die gesamte Arena in Bewegung. Es war technisch vielleicht nicht ihr allerbester Rhythmustanz, aber ihre Verbindung zum Publikum war stark.

Konkret für die Tänzer bei Miss Salsa: Achtet auf den 'Frame' und die 'unisono' Bewegungen. Beim Eistanzen wird jede Millimeter Abweichung in den Twizzles (schnelle Rotationen auf einem Bein) bestraft. Im Salsa oder Ballroom ist diese Synchronität ebenso wichtig für die visuelle Wirkung. Die 'Levels', welche die Jury in Mailand den Schrittfolgen zuweist, lassen sich direkt auf die Komplexität und Sauberkeit der eigenen Beinarbeit übertragen.

Der Weg zum Finale

Die Entscheidung fällt am Mittwoch, dem 11. Februar 2026, während des 'Free Dance'. Dann werden wir sehen, ob Fournier Beaudry und Cizeron ihren Vorsprung halten können oder ob die Kanadier Gilles und Poirier noch einen Platz aufsteigen können. Die Konkurrenz ist mörderisch, wobei auch das italienische Paar Guignard und Fabbri auf dem fünften Platz auf einen Fehler der Top Drei lauert. Es verspricht eine spannende Entscheidung im Schatten der Alpen zu werden.

Zurück zum Blog

Hinterlasse einen Kommentar