Suzanne Schulting stürzt in Mailand: Der Tanz auf dem Eis.

In der Welt des Tanzes sagen wir immer: Es geht nicht darum, wie man fällt, sondern wie man wieder aufsteht. Diese Lektion wurde diese Woche in der Eishalle von Mailand schmerzlich deutlich. Während sich die Welt auf die Eröffnungszeremonie der Winterspiele vorbereitet, hielt ganz Holland kurz den Atem an, als unsere eigene Suzanne Schulting bei einer Trainingsrunde hart auf dem Eis aufschlug.

Schreck in der Eishalle von Mailand

Es war ein Moment, den jeder Tänzer kennt. Man ist im Flow, man konzentriert sich auf die Technik, und im Bruchteil einer Sekunde liegt man auf dem Boden. Die olympische Eishalle in Mailand wurde für einen Moment ganz still. Laut Berichten von NOS und Sportnieuws.nl geschah es am Montag bei ihrem ersten Kennenlernen des Mailänder Eises.

Suzanne nannte es selbst im Nachhinein „ein bisschen verrückt“. Sie wusste eigentlich gar nicht genau, was passiert war; blieb sie in einem Riss hängen oder geriet sie über ihre Spitzen? In meinen 30 Jahren in der Tanzwelt habe ich das unzählige Male bei Profis gesehen. Schmal ist der Körper so präzise eingestellt, dass die kleinste Unebenheit einen aus dem Gleichgewicht bringt. Aber was Suzanne zu einem echten Champion macht, ist ihre nüchterne Reaktion: „Kann passieren.“ Das ist genau die Mentalität, die wir bei Miss Salsa ebenfalls zu vermitteln versuchen.

Die Choreografie des Shorttracks

Die Leute fragen mich manchmal, was Shorttrack mit Tanz zu tun hat. Wenn man genau hinsieht, wie Suzanne durch die Kurven geht, sieht man pure Choreografie. Der tiefe Sitz, die Gewichtsverlagerung, die Hand, die das Eis für das Gleichgewicht berührt – es ist ein technischer Tanz bei hoher Geschwindigkeit. Es erfordert eine Core-Stabilität, um die manch ein Balletttänzer beneiden würde. Suzanne startet am Montag, den 9. Februar, zunächst auf der 1.000-Meter-Langbahn, um sich danach dem Shorttrack-Team für die 1.500 Meter und die Staffel anzuschließen. Dieser Übergang zwischen verschiedenen Disziplinen ist vergleichbar mit einem Tänzer, der von klassischem Ballett zu einem explosiven Salsa wechselt; es erfordert eine enorme physische und mentale Flexibilität.

Die Minions und der Kampf um die Musik

Neben Suzannes Sturz gab es noch eine andere Geschichte, die mein Tänzerherz höherschlagen ließ. Der spanische Eiskunstläufer Tomas-Llorenc Guarino Sabaté geriet wegen seiner Musikwahl fast in Schwierigkeiten. Er wollte seine Kür zu einem Mix der Minions laufen, inklusive des ikonischen gelb-blauen Kostüms. Kurz vor den Spielen wurde ihm mitgeteilt, dass Universal Studios aufgrund von Urheberrechten keine Erlaubnis erteilte.

Jeder Tanzschulinhaber weiß, wie frustrierend Musikrechte sein können. Man baut eine ganze Choreografie auf diesen einen spezifischen Beat auf, und dann ist es plötzlich nicht erlaubt. Zum Glück gibt es gute Nachrichten: Nach einer riesigen Welle der Unterstützung in den sozialen Medien hat Universal nachgegeben. Sabaté darf seine „Minion-Routine“ am 10. Februar wie geplant zeigen. Dies beweist einmal mehr, wie wichtig die Verbindung zwischen Musik, Kostüm und Bewegung für einen Künstler ist, egal ob auf der Tanzfläche oder auf dem Eis.

Resilienz als roter Faden

Wenn wir uns die anderen Athleten in Mailand ansehen, sehen wir überall dieselbe Resilienz. Nehmen wir die US-Ski-Legende Lindsey Vonn. Sie ist 41 Jahre alt und startet am kommenden Sonntag in der Abfahrt mit einem komplett gerissenen Kreuzband und einer Schiene. Das ist ziemlich extrem, und aus meiner Erfahrung als Tänzerin weiß ich, wie gefährlich es ist, über seine Grenzen hinauszugehen. Aber es zeichnet die Leidenschaft dieser Spitzensportler aus.

Freitagabend ist die große Eröffnung im San-Siro-Stadion. Jens van 't Wout, der Kapitän der Shorttracker, darf die niederländische Flagge tragen. Er gab ehrlich zu, dass er noch nie ein Fußballspiel gesehen hat und keine Ahnung hat, wie dieses berühmte Stadion aussieht. Er ist voll und ganz auf seinen eigenen „Tanz“ auf dem Eis fokussiert. Dieser Fokus ist bewundernswert. Egal, ob man mit einer Flagge in einem vollen Stadion steht oder auf einer Bühne vor einer Jury, man braucht diesen Tunnelblick, um Leistung zu erbringen.

Was wir von Suzanne lernen können

Was können wir als Tänzer aus dieser olympischen Woche mitnehmen? Konkret geht es um drei Dinge:

  • Akzeptanz des Sturzes: Suzanne machte sich keine Sorgen um den Grund ihres Sturzes. Sie akzeptierte ihn als Teil des Prozesses.
  • Die Kraft der Wiederholung: Trotz des Sturzes stand sie am nächsten Tag einfach wieder auf dem Eis, um ihren Rhythmus zu finden.
  • Bleib dir selbst treu: Genau wie Sabaté, der für seine Minion-Musik kämpfte, musst du als Performer immer dem treu bleiben, was dich einzigartig macht.

In den kommenden Wochen werden wir sehen, ob Suzanne ihren Sturz in Mailand endgültig hinter sich lässt und wieder auf Goldjagd geht. Bei Miss Salsa werden wir jedenfalls mit professionellem Blick auf die wunderschönen Linien und die Explosivität auf dem Eis schauen. Denn letztendlich ist Spitzensport einfach Kunst in Bewegung.

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