Ilia Malinin: Der „Quad God“ auf der Jagd nach Gold 2026

Wenn ich auf meine dreißig Jahre in der Tanzwelt zurückblicke, sehe ich eine Sache immer wiederkehren: den ewigen Kampf zwischen Technik und Emotion. Ob man nun auf einer Tanzfläche aus Holz oder auf einer glatten Eisbahn steht, diese Balance zu finden, ist der heilige Gral. In der Welt des Eiskunstlaufs gibt es derzeit einen Namen, der diese Balance nicht nur sucht, sondern schlichtweg neu schreibt: Ilia Malinin. Mit den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand vor Augen ist er der Mann, über den alle sprechen.

Wer ist der 'Quad God' eigentlich?

Ilia Malinin, ein Amerikaner in seinen Zwanzigern mit russischen Wurzeln, hat sich selbst den bescheidenen Spitznamen 'Quad God' gegeben. Das klingt vielleicht arrogant, aber in seinem Fall ist es einfach eine sachliche Beschreibung. Er ist der erste Eiskunstläufer überhaupt, der den vierfachen Axel — einen Sprung mit viereinhalb Umdrehungen — erfolgreich in einem Wettbewerb landete. Für alle, die nicht mit den Begriffen des Eiskunstlaufs vertraut sind: Das ist so, als würde man eine Pirouette drehen, während man mit der Geschwindigkeit eines Mopeds durch die Luft fliegt und dann auch noch auf einem Bein landet, ohne zu wanken.

Laut einem aktuellen Artikel der NOS ist Malinin der ultimative Showman. Er läuft nicht zur standardmäßigen klassischen Musik, bei der wir in den 90er Jahren einschliefen. Nein, er entscheidet sich für Rap von Kendrick Lamar und baut Acts auf, die eher an eine Hip-Hop-Performance als an eine traditionelle Kür erinnern. Das spricht ein völlig neues Publikum an, und ehrlich gesagt hat der Sport das auch nötig.

Der Weg nach Mailand 2026

Die Olympischen Winterspielen 2026 finden vom 6. bis zum 22. Februar in Italien statt. Der Eiskunstlauf wird in der Milano Ice Skating Arena in Assago bei Mailand ausgetragen. Für Fans, die dabei sein wollen: Die Preise für die Wettbewerbssitzungen variieren stark, aber rechnen Sie mit Beträgen zwischen 280 € und 650 € für die beliebten Disziplinen. Die Männer kämpfen am Dienstag, dem 10. Februar (Kurzprogramm) und Freitag, dem 13. Februar (Kür) um die Medaillen.

Malinin strebt dort nicht nur nach Gold, er spielt auf etwas an, das noch nie zuvor gezeigt wurde: den fünffachen Sprung. In einem Interview mit The Guardian gab er an, dass er physisch bereit sei, die Grenzen des menschlichen Körpers zu verschieben. Bei Miss Salsa sehen wir oft, dass Tänzer versuchen, immer mehr Drehungen in ihre Spins zu packen, aber was Malinin tut, grenzt an die Gesetze der Physik. Nicht umsonst sagt er selbst: "Naturgesetze gelten für mich nicht."

Der 'verbotene' Backflip und Publikumsliebling

Was Malinin für uns als Tänzer so interessant macht, ist sein Drang, sich den Regeln zu widersetzen. Bei jüngsten Wettbewerben zeigte er einen Backflip auf dem Eis. In der offiziellen Bewertung bringt das keine Punkte — vielmehr ist es technisch gesehen ein 'verbotenes' Element —, aber das Publikum flippt völlig aus. Wie De Standaard schrieb: Das Publikum genießt es, auch wenn er keine Punkte dafür bekommt. Es erinnert mich an jene Momente auf der Tanzfläche, in denen ein Tänzer einen Move macht, der technisch nicht ins Protokoll passt, aber den ganzen Saal in Brand setzt. Das ist die Essenz von Entertainment.

Eiskunstlaufen liegt in den Genen

Der Erfolg von Malinin kommt nicht von ungefähr. Seine Eltern, Tatiana Malinina und Roman Skorniakov, waren beide Top-Eiskunstläufer, die für Usbekistan bei den Olympischen Spielen antraten. Seine Mutter gewann 1999 sogar das Grand-Prix-Finale. Heute trainieren sie ihren Sohn in Virginia, USA. Es ist ein echtes Familienunternehmen, bei dem die technische Basis seiner Eltern mit dem modernen, rebellischen Stil von Ilia selbst kombiniert wird.

Interessantes Detail: Seine Eltern haben ihn nie zum Eiskunstlaufen gedrängt. Eigentlich wollten sie, dass er ein 'normales' Leben führt, fernab vom immensen Druck des Spitzensports. Aber Malinin wollte es selbst. Diese Eigenmotivation ist oft der Grund, warum jemand die Spitze erreicht. Man sieht den Unterschied sofort zwischen einem Tänzer, der auf Drängen seiner Eltern tanzt, und einem Tänzer, der die Fläche betritt, weil er gar nicht anders kann.

Was wir als Tänzer vom Quad God lernen können

In der Tanzwelt höre ich oft die Diskussion: Geht es um die Technik oder um das Gefühl? Zu Beginn seiner Karriere wurde Malinin kritisiert, er sei nur ein 'Springer'. Er hatte die Kraft, aber ihm fehlte die künstlerische Note. Das ärgerte ihn. Er begriff, dass man das Gesamtpaket braucht: Kreativität, mentale Stärke und das künstlerische Finish.

Konkret bedeutet das für uns, dass wir uns nicht nur darauf konzentrieren sollten, wie viele Spins wir schaffen oder wie hoch wir springen können. Die Übergänge zwischen den Moves, der Blick in deinen Augen und die Art und Weise, wie du die Musik interpretiert, machen den Unterschied zwischen einem Athleten und einem Künstler aus. Malinin behauptet, dass Eiskunstlauf ebenso sehr eine Kunstform wie ein Sport ist, und er beweist das, indem er sich seine eigenen Acts ausdenkt und philosophisch über seine Musikwahl nachdenkt.

Praktische Tipps für deine eigene Performance:

  • Wage den Bruch mit der Tradition: Malinin nutzt Rap. Was wäre, wenn du mal Salsa zu einem völlig anderen Genre tanzt?
  • Fokus auf die Landung: Beim Eiskunstlauf ist die Landung alles. Im Tanz ist das 'Finish' einer Bewegung ebenso wichtig. Schließe deinen Move ab, bevor du zum nächsten übergehst.
  • Mentale Unbeugsamkeit: Malinin wurde 2022 trotz eines zweiten Platzes bei den nationalen Meisterschaften nicht für die Spiele nominiert. Er nutzte diese Wut als Treibstoff. Rückschläge sind oft der beste Motivator.

Die Spannung steigt für 2026

Während wir auf den Februar 2026 zusteuern, wird die Aufmerksamkeit für Malinin nur noch zunehmen. Der Druck ist gigantisch, aber er scheint daran zu wachsen. Solange er vor seiner Kür einen Riegel Milchschokolade essen kann — sein festes Ritual —, scheint er unbesiegbar. Es wird ein Spektakel in Mailand werden, bei dem wir hoffentlich nicht nur technische Perfektion sehen, sondern auch die pure Emotion, die Sport und Tanz miteinander verbindet.

Ich werde es auf jeden Fall genau verfolgen. Denn ob auf dem Eis oder auf der Tanzfläche: Leidenschaft erkennt man unter Tausenden. Und Ilia Malinin hat sie im Überfluss.

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