Ilia Malinin glänzt bei den Winterspielen 2026 in Mailand.

Die Magie von Mailand: Ilia Malinin trotzt der Schwerkraft

In meinen dreißig Jahren in der Tanzwelt habe ich viele Athleten gesehen, die die Grenze zwischen Sport und Kunst suchen, aber was Ilia Malinin gestern Abend in der Milano Ice Skating Arena gezeigt hat, grenzt an das Unmögliche. Während die Welt auf das Eis in Assago starrte, bewies der Mann, den wir mittlerweile alle als „Quad God“ kennen, warum er ein Phänomen ist. Trotz eines kleinen Ausrutschers und der Tatsache, dass er seinen berühmten vierfachen Axel diesmal gegen einen dreifachen eintauschte, war die Energie in der Halle bis in die hintersten Reihen spürbar.

Sogar Tennislegende Novak Djokovic, der selbst in Paris 2024 Gold gewann, saß auf der Tribüne und schaute mit offenem Mund zu. Es ist diese seltene gegenseitige Befruchtung zwischen verschiedenen Sportdisziplinen, die die Olympischen Spiele so besonders macht. Malinin spielt nicht nur ein technisches Programm; er bespielt das Publikum. Das sahen wir in seinem stehenden Rückwärtssalto – eine Bewegung, die jahrzehntelang verboten war, aber nun endlich wieder auf dem olympischen Eis legal ist. Es war ein Moment, der den Gesetzen der Physik zu trotzen schien und für stehende Ovationen von niemand Geringerem als dem legendären Champion von 1980, Robin Cousins, sorgte.

Der Titanenkampf: USA gegen Japan

Der Kampf um Gold im Team-Event ist eine nervenaufreibende Angelegenheit. Team USA ging als Favorit in den Abend, unter anderem dank einer Meisterklasse von Madison Chock und Evan Bates im Eistanz. Aber Japan gab sich nicht so einfach geschlagen. Shun Sato legte eine makellose Kür hin und erzielte eine Saisonbestleistung, die die Amerikaner ernsthaft unter Druck setzte. Sato hatte Malinin noch nie besiegt, und obwohl er technisch etwas niedriger punktete, war die Emotion auf der japanischen Bank explosiv.

Malinin reagierte kühl auf den Druck. Mit einer Punktzahl von 200,03 erzielte er ein Ergebnis, das für Sato gerade so unerreichbar blieb. Es ist faszinierend zu sehen, wie dieser junge Sportler, erst 21 Jahre alt, die Ruhe in einer Arena bewahrt, in der die Spannung förmlich greifbar ist. Während andere Größen, wie die Skifahrerin Lindsey Vonn, früher am Tag einen dramatischen Sturz auf der Piste erlitten, blieb Malinin – trotz dieses einen Stolperers – wie ein wahrer Champion standhaft.

Die Technik hinter dem „Quad God“

Was Malinin tut, ist aus einer Tanzperspektive fast nicht zu fassen. Die Rotationsgeschwindigkeit, die für seine Sprünge erforderlich ist, ist so hoch, dass das menschliche Auge ihr kaum folgen kann. Bei Miss Salsa schauen wir oft auf die Geschmeidigkeit und die Übergänge zwischen den Schritten, und obwohl Kritiker manchmal sagen, dass Malinin technisch stärker als künstlerisch ist, war dieses Programm sehr gut konstruiert. Es war „classy“, erwachsen und zeigte, dass er als Performer gewachsen ist.

In der Praxis bedeutet dies, dass er sich nicht nur auf die Sprünge konzentriert, sondern auch auf die Verbindung zur Musik. Er nährt sich von der Aufregung der Menge. Dies ist eine Lektion, die sich jeder Tänzer zu Herzen nehmen kann: Technik bringt einen weit, aber die Interaktion mit dem Publikum macht einen zum Star. Das Fehlen des vierfachen Axels war vielleicht eine taktische Entscheidung, um Energie für die Einzelfinals zu sparen, aber der dreifache Axel, den er landete, war von beispielloser Schönheit.

Was wir als Tänzer von Mailand 2026 lernen können

Das Eiskunstlaufen auf diesem Niveau zu beobachten, ist für uns als Tänzer eine Quelle der Inspiration. Die Art und Weise, wie sich diese Athleten von einem kleinen Fehler erholen, ist bewundernswert. Malinin stolperte, aber er verlor keine Sekunde lang seinen Fokus. Das ist die Mentalität, die man auf der Bühne braucht, sei es auf dem Eis oder auf einer Tanzfläche aus Holz.

Konkret sehen wir bei Malinin drei wichtige Elemente:

  • Belastbarkeit: Sofort weitermachen nach einem Hänger, ohne dass es die Ausstrahlung beeinträchtigt.
  • Publikumsinteraktion: Das Eis ist deine Bühne; jeder Blick und jede Geste zählt.
  • Grenzen verleggen: Sich trauen, das zu tun, was andere für unmöglich halten, wie diesen Rückwärtssalto.

Die Spiele in Mailand-Cortina haben gerade erst begonnen, aber der Ton ist gesetzt. Der Kampf zwischen den Vereinigten Staaten und Japan bleibt ungemein spannend, und da die Einzelwettbewerbe noch bevorstehen, ist klar, dass Ilia Malinin der Mann ist, auf den alle schauen. Er hat die Messlatte nicht nur höher gelegt; er hat sie in eine andere Umlaufbahn um die Erde gebracht.

Für weitere Details zu den Ergebnissen und Live-Updates besuchen Sie bitte die offiziellen Quellen: Quelle: BBC Sport und die offizielle Website von Milano Cortina 2026.

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